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Der Dschungel des Gründens

Gründen? Ja, sofort! Aber wie? Ganz so leicht ist es dann doch wieder nicht. Vor allem wenn man beim Fachsimpeln kein Wort versteht und das Gründer-ABC noch nicht im Blut hat. Wichtige Begriffe und Definitionen, die dir in deiner Selbstständigkeit noch öfter über die Tastatur laufen oder über die Lippen sprudeln werden, haben wir nachfolgend für dich zusammengefasst. Zudem findest du auf dieser Seite ein paar Plattformen und Ansprechpartner, die dir bei Fragen rund um die Themen Unternehmensgründung, Finanzierung, Netzwerke etc. eventuell behilflich sein können.

Accelerator

Ein Accelerator ist ein Programm, das Mentoring, Schulungen und für gewöhnlich einen „Demo Day“ umfasst, an dem Unternehmen ihre Ideen vor Experten pitchen. Diese Experten setzen sich unter anderem aus Investoren, Geschäftspartnern, Branchenkennern und Business Angels zusammen. Accelerator verfolgen das Ziel einer raschen Entwicklung des Start-ups.

 

Anti-Dilution

Bei der Anti-Dilution-Bestimmung handelt es sich um eine Klausel innerhalb eines Beteiligungsvertrages, welche einem Anleger das Recht einräumt, den gleichen prozentualen Besitz eines Unternehmens aufrechtzuerhalten, indem er bei der Ausgabe von Wertpapieren künftig einen anteiligen Betrag an Aktien kauft. Damit schützt die Klausel den Anleger vor Verwässerung, speziell bei wandelbaren Vorzugsaktien.

 

Asset-Deal

Der Asset-Deal bedeutet die Übertragung bestimmter Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Rechtsbeziehungen einer Gesellschaft oder einer Gesellschaft zu einem Käufer. Bei einem Asset-Deal werden Wirtschaftsgüter einzeln erworben und auf den Käufer übertragen (Singularsukzession). Davon ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, welche von der Gesellschaft genutzt werden und im Eigentum des Gesellschafters stehen.

Benchmarking

Benchmarking ist ein Prozess zur Messung der Leistung von Produkten, Dienstleistungen oder Abläufen eines Unternehmens im Vergleich zu denen eines anderen Unternehmens, das als das Beste der Branche gilt. Primäres Ziel des Benchmarkings ist es, Verbesserungsmöglichkeiten für das eigene Start-up zu erkennen.

 

Bootstrapping

Beim Bootstrapping wird ein Unternehmen mit wenig Kapital und ohne externe Finanzierung gegründet. Die Herausforderung besteht darin, schnellstmöglich einen positiven Cashflow zu erzeugen und den Break-Even zu erreichen.

 

Break-Even-Point

Der Break-Even-Point ist der Zustand, an dem die Gesamtkosten (Ausgaben) und der Gesamtumsatz (Umsatz) gleich sind. In dieser Situation gibt es keinen Nettogewinn oder -verlust. Ab diesem Zeitpunkt kann Gewinn erwirtschaftet werden.

 

Burn Rate

Die Burn Rate wird genutzt, um zu ermitteln, wie ein neues Unternehmen sein Risikokapital zur Finanzierung der Gemeinkosten ausgibt, bevor aus dem operativen Geschäft ein positiver Cashflow generiert wird. Kurzum: Das Start-up ermittelt, wo Geld verloren geht. Die Burn Rate wird meist monatlich gemessen.

 

Business Angel

Ein Business Angel ist ein vermögender Unternehmensexperte, der Gründern mit Ratschlägen, Kontakten und Geld zur Seite steht. Üblicherweise investieren Business Angels ca. 100.000 Euro in der frühen Unternehmensphase.

 

Buyer Persona

Der Begriff Buyer Persona stammt aus dem Marketing und beschreibt einen fiktiven, aber möglichst realitätsgetreuen Kunden. Im Gegensatz zu einer Zielgruppe wird einer Buyer Persona ein komplettes Profil mit Wünschen, Zielen, derzeitigen Verhältnissen und vielem mehr gegeben. Dadurch kann der ideale Kunde eines Unternehmens dargestellt werden, damit das Unternehmen spezifischer auf die Bedürfnisse dieses Idealkundens eingehen kann. Oft wenden sich Unternehmen nicht nur an eine Zielgruppe. Analog werden oft mehrere Personas erstellt, um verschiedene Kundenprofile zu erfassen.

Cashflow

Beim Cashflow wird der Geldzufluss eines Unternehmens zu einem festgelegten Zeitraum (zum Beispiel innerhalb eines Geschäftsjahres) gemessen. Demnach handelt es sich um eine Bilanzgröße aus der Betriebswirtschaft. Bei der direkten Ermittlung des Cashflows wird das Verhältnis von Einzahlungen und Auszahlungen gemessen. Bei der indirekten Ermittlung werden alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen hinzugerechnet und alle nicht zahlungswirksamen Erträge abgezogen.

 

Cap Table

Mit “Cap Table” ist eine Auflistung der Besitzverhältnisse innerhalb eines Unternehmens gemeint. Diese sind ganz zu Beginn der Start-up Phase meist recht einfach: die Anteile am Unternehmen sind gleichmäßig unter allen Gründungsmitgliedern aufgeteilt. Je nach Unternehmensform muss das aber nicht so sein. Oft gilt: Wer mehr Risiko trägt, dem gehört auch mehr vom Unternehmen.

Spätestens bei der Suche nach Investoren spielt der Cap Table dann eine wichtige Rolle. Vor allem in späteren Finanzierungsrunden muss nämlich genau geklärt sein, wem wie viel gehört.

 

CEO

Der Chief Executive Officer (CEO) ist die oberste Position in einer Organisation. Die Person an der Spitze ist verantwortlich für die Umsetzung bestehender Pläne und Richtlinien, die Sicherstellung der erfolgreichen Geschäftsführung und die Festlegung der zukünftigen Strategie. Ein Start-up kann von mehreren CEOs gegründet beziehungsweise geführt werden.

 

Controlling

Um die geplanten Ergebnisse von den Untergebenen einzuholen, muss ein Manager die Aktivitäten der Untergebenen effektiv kontrollieren. Controlling stellt sicher, dass Aktivitäten in einem Start-up gemäß den vordefinierten Plänen ausgeführt werden.

 

Conversion-Rate

Die Conversion-Rate gibt Auskunft darüber, wie viele Besucher einer Website eine bestimmt Aktion durchgeführt haben, wie bspw. den Kauf. Interessant wird dies vor allem dann, wenn ihr zum Beispiel eine Werbekampagne startet, um potenzielle Kunden auf euren Online-Shop aufmerksam zu machen. So kann es sein, dass eine solche Kampagne zwar die Besucherzahlen deutlich steigert, diese Besucher jedoch letztendlich nichts kaufen. Entsprechend liefert die Conversion-Rate vorrangig Informationen zum Erfolg eurer Online-Marketings.

 

Cost per Acquisition (CPA) und Customer Lifetime Value (CLV)

Die Begriffe Cost per Acquisition (CPA) und Customer Lifetime Value (CLV) treten häufig parallel auf. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da beide Auskunft über den Wert eines Kunden für das Unternehmen geben können. Die CPA zeigt auf, wie viel es das Unternehmen gekostet hat, einen neuen Kunden zu gewinnen. Das lässt sich beispielsweise bestimmen, indem man die Kosten einer Werbekampagne mit dem Zugewinn an Kunden vergleicht. Der CLV stellt dagegen dar, wie viel Einnahmen ein Kunde dem Unternehmen insgesamt bringt.

Diese beiden Größen werden häufig miteinander verglichen, um zu ermitteln, ob sich beispielsweise neue Vertriebswege oder Werbemaßnahmen rentieren würden. Wenn die CPA größer ist als der CLV, so lohnt es sich für das Unternehmen nicht, auf diese Weise neue Kunden zu suchen.

 

Crowdfunding

Crowdfunding ist eine Methode zur Kapitalbeschaffung durch gemeinsame Anstrengungen von Freunden, Familienmitgliedern, Kunden und Einzelinvestoren. Dieser Ansatz knüpft an die kollektiven Bemühungen eines großen Pools von Einzelpersonen an, hauptsächlich online über Social-Media- und Crowdfunding-Plattformen, und nutzt ihre Netzwerke für eine größere Reichweite und Präsenz. Bekannte Plattformen für Crowdfunding sind Kickstarter und in Österreich conda.at. Mit fundnow.at hat die Erste Group gemeinsam mit ihren Partnern ein eigenes Tool ins Leben gerufen.

Crowdfunder erhalten im Gegenzug häufig Goodies.

 

Crowdinvesting

Crowdinvesting ist equity-basiertes Crowdfunding. Ein Investor erhält im Gegenzug üblicherweise Aktien. Investoren werden somit Anteilseigner des Start-ups und profitieren von den Erträgen sowie einem möglichen Verkauf des Unternehmens an einen großen Investor (siehe Exit-Strategie).

Exit-Strategie

Bei der Exit-Strategie geht es darum, ein Start-up schnell aufzubauen und anschließend zu verkaufen. Dabei steigen sowohl Investoren als auch Gründer mit der Absicht auf maximalen Gewinn aus dem Unternehmen aus.

First Mover Advantage

Ein First Mover ist ein Produkt, das einen Vorteil hat, wenn es als das Erste seiner Art auf den Markt kommt. Dies gilt auch für Dienstleistungen. Primär ermöglicht es der First Mover Advantage einem Unternehmen, eine starke Markenbekanntheit und Kundenloyalität herzustellen, bevor die Wettbewerber auf den Plan treten. Weitere Vorteile sind zusätzliche Zeit, um das Produkt oder die Dienstleistung zu perfektionieren, und den Marktpreis für den neuen Artikel festzulegen.

 

Franchise

Franchising ist eine Lizenzbeziehung: Der Franchisegeber stellt dem Franchisenehmer eine Lizenz zur Führung eines Geschäftes unter einer Marke zur Verfügung. Der Franchisenehmer verkauft die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen. Weiterhin profitiert er von Unterstützung in Form von Organisation, Weiterbildung, Marketing und Management.

 

Freelancer

Viele Start-ups beschäftigen externe Spezialisten auf Honorarbasis. So müssen sie nicht die üblichen Abgaben wie bei der Vollbeschäftigung eines fest angestellten Arbeitnehmers zahlen und können Freelancer flexibel buchen.

 

F – Förderungen

Start-ups und Jungunternehmer können bis zu 6 Jahre nach ihrer Gründung Förderungen von Bund und Land lukrieren. Voraussetzung ist immer, dass in das Unternehmen investiert wird und eine Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer vorliegt.

Förderungen für Gründer können Zuschüsse zu Investitionen, günstige Kredite, Haftungs- und Garantieübernahmen, Beteiligungskapital, Begünstigungen bei Abgaben und Gebühren und Beratungszuschüsse sein.

Die Sparkasse Oberösterreich unterstützt dabei mit ihrem eigenen Förderungsteam bei der Antragsstellung, Abwicklung und Abrechnung von geförderten Projekten nach dem Leitsatz jedem Projekt die maßgeschneiderte Finanzierung und Förderung.

Diese Förderungen nehmen Gründer am häufigsten in Anspruch:

  • Aws erp-Kredit (geförderter Kredit):

Mindestens 10.000 Euro Investitionssumme (z.B. Neuanschaffung baulicher, maschineller, immaterieller Natur, Fahrzeuge, etc.)

  • Zuschuss Land OÖ: Start-up Prämie

Für eine Investitionssumme ab 20.000 Euro, in Verbindung mit einem erp-Kredit, vergibt das Land OÖ einen Zuschuss in Höhe von 7,5% der Investitionssumme, maximal 25.000 Euro.

OÖ Gründerfonds

Mit Mitteln aus dem OÖ Gründerfonds erleichtert das Land OÖ die Eigenkapitalaufbringung für Unternehmensgründungen und –übernahmen zu günstigen Bedingungen, ohne Einfluss auf die Geschäftsführung. Das Beteiligungskapital (kommt als Eigenkapital in die Bilanz) der UBG umfasst mind. 20.000 Euro / max. 50.000 Euro für alle Branchen, Laufzeit 5 Jahre bis max. 10 Jahre. Die Förderung aus dem OÖ. Gründerfonds ist gekoppelt an eine Ausfallsbürgschaft der KGG für 80% dieses Kredites.

Ausfallsbürgschaft der aws

Mit der Standardbürgschaft besichert die OÖ. Kreditgarantiegesellschaft (KGG) bis zu 80% eines Kredites in der Höhe zwischen 25.000 Euro und 1.000.000 Euro. Die Antragstellung erfolgt durch das Kreditinstitut.

  • Eigenkapitalgarantie der KGG

– Ausfallsbürgschaft von 80% für Beteiligungskapital nur
von Privatpersonen

– Verbürgbare Einlagen pro Kapitalgeber zwischen 20.000 Euro und 75.000 Euro; Maximaler Gesamtwert der Einlage pro Unternehmen: 225.000 Euro.

A – AWS

Die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) ist die Förderbank des Bundes. Durch die Vergabe von zinsgünstigen Krediten, Garantien, Zuschüssen sowie Eigenkapital unterstützt sie Unternehmen von der ersten Idee bis hin zum internationalen Markterfolg bei der Umsetzung ihrer innovativen Projekte.

Für Gründer interessant:

  • zinsgünstiger Kredit aus dem ERP-Fonds,
  • mit oder ohne aws Garantie (80%-Besicherung des Kredits)
  • Double Equity Garantie für Besicherung des frischen Eigenkapitals,
  • in der Ideenphase für Deep Tech Start Ups: aws Pre-Seed
  • in der Entwicklungsphase für Deep Tech Start-ups: aws Seed-Finanzierung
  • für Kreativwirtschaft in der Entwicklungsphase: aws Creative Impact
  • a.m.

– Betriebsübernahme

Für Betriebsübernahmen gelten dieselben Förderungen wie für Neugründungen. Die aws definiert einen Betriebsübergang mit der Übernahme der Mehrheitsanteile und der Geschäftsführung.

– Bürgschaft

Mit Bürgschaften werden Kredite besichert. Die KGG besichert z.B. mit der Standardbürgschaft bis zu 80 Prozent eines Kredites in der Höhe von 25.000 Euro bis 1.000.000 Euro. Die Antragstellung erfolgt durch das Kreditinstitut.

– Double Equity

Privates Eigenkapital wird durch einen Kredit in derselben Höhe verdoppelt, durch die Double Equity Garantie der aws wird dieser Kredit zu 80% besichert, wobei seitens der aws dafür keine Sicherheiten verlangt werden.  Die Laufzeit kann bis zu 10 Jahre betragen.

– erp-Kredit

Der aws erp-Kredit bietet einen zinsgünstigen Kredit mit flexibler Laufzeit und fixer Verzinsung (0,375% für Gründer) und ist Bedingung für viele Landeszuschüsse.

– FFG

Die Forschungsförderungsgesellschaft des Bundes (FFG) fördert junge, innovative Start-up Unternehmen. Mit der „Start-up Förderung“ wird die innovative Produkt- und Dienstleistungsentwicklung gefördert, beginnend mit der Idee bis zum seriennahen Prototypen, wobei es eine zusätzliche Bonifizierung für High-Tech-Start-ups gibt. Im „FFG-Kleinprojekt“, eine niederschwelligere Variante des FFG Basisprogramms, werden kleinere Forschungs- und Entwicklungsprojekte von KMU und Start-ups mit einem Zuschuss von bis zu 60% der Gesamtkosten gefördert.

– Gründerfonds

Der OÖ Gründerfonds erleichtert die Eigenkapitalaufbringung für Unternehmensgründungen und –übernahmen zu günstigen Bedingungen, ohne Einfluss auf die Geschäftsführung. Das Beteiligungskapital (kommt als Eigenkapital in die Bilanz) der UBG mind. 20.000 Euro / max. 50.000 Euro für alle Branchen.

I – Inkubatoren

“Accelerators“ und „Incubators“ bieten Start-ups unterschiedliche Möglichkeiten, um schneller wachsen zu können. Dafür werden Wissen, Netzwerk, Coachings und manchmal auch Arbeitsplätze und Ressourcen zur Verfügung gestellt. Im Inkubator kommen die Ideen meist „von innen“, beim Accelerator über externe Gründerteams. Während ein Accelerator außerdem vorrangig das Ziel verfolgt, das Wachstum eines Start-ups durch Know-how und Ressourcen innerhalb kürzester Zeit schnellstmöglich voranzutreiben, steht beim Inkubator die Schaffung neuer, kreativer Ideen im richtigen Tempo für das Start-up im Vordergrund. Als oberösterreichischer Tech-Start-up-Inkubator bietet Tech2b eine breite Palette an Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer.

K – Kredite

Je nach Verwendungszweck und Laufzeit werden von Banken unterschiedliche Kreditarten, wie Investitionskredite (für Grundstücke, Gebäude, Maschinen oder Fahrzeuge), Betriebsmittelkredite (für kurzfristige Finanzierungen wie Waren, Roh- und Hilfsstoffe und Vorfinanzierungen) oder Haftungskredite für Gründungsvorhaben angeboten. Von den Förderbanken aws und ÖHT werden geförderte Kredite über den ERP-Fonds angeboten.

– Landeszuschüsse

Das Land Oberösterreich vergibt für Jungunternehmer, die ihr Investitionsvorhaben durch einen aws ERP-Kredit finanzieren und zwischen 20.000 Euro und 500.000 Euro investieren, einen Zuschuss in Höhe von 7,5% der förderbaren Gesamtkosten. Der aktuelle Förderzeitraum läuft noch bis 31.12.2020.

Für Gründer, die ihren Firmensitz im Bundesland Niederösterreich haben, vergibt das Land Niederösterreich einen ähnlichen Zuschuss: Im Rahmen der „Investitionsförderung Neugründung und Unternehmensnachfolge” werden Investitionen in unbewegliche Anlagegüter mit einem Projektvolumen bis 750.000 Euro durch einen Zuschuss unterstützt. Gründer müssen kleine oder mittlere Unternehmen sein, die auch der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft angehören dürfen.

Das Land Salzburg vergibt keine Barzuschüsse, sondern Zinsenzuschüsse von 3% für maximal 5 Jahre (max. Kreditnominale  55.000 Euro) für Investitionen in Anlagevermögen oder Ablösekosten bei Betriebsübernahmen und Betriebsmittel.

Die Stadt Wien vergibt für Gründer, die zum Bereich Nahversorgung zählen (vor allem Handel u. Gastronomie) einen Barzuschuss. Für Unternehmen ohne Nahversorgungscharakter gibt es für bauliche Investitionen in maschinelle Anlagen, Baukosten, etc. am Standort Wien einen Barzuschuss.

O – ÖHT

Für Gründer der Tourismus- und Freizeitwirtschaft vergibt die ÖHT ähnliche Produkte wie die aws:

ÖHT Jungunternehmerförderung
Barzuschuss von bis zu 7,50 % der Bemessungsgrundlage, es müssen mindestens 20.000 Euro investiert werden.

ERP-Kredit für die Tourismuswirtschaft
zinsbegünstigter Kredit – zum Teil mit Übernahme des Zinsendienstes durch das Land OÖ.

Das Land OÖ vergibt über das IWT-Programm in Kombination mit einem ERP-Kredit für die Tourismuswirtschaft der ÖHT einen Zuschuss in Höhe von 7,5% für Jungunternehmer*innen ab einem Investitionsvolumen von mindestens 20.000 Euro.

– Start Up Prämie

Das Land Oberösterreich vergibt für Jungunternehmer, die zwischen 20.000 Euro und 500.000 Euro investieren, eine „Start-up Prämie für die OÖ. Wirtschaft“ in Höhe von 7,5% der förderbaren Gesamtkosten. Voraussetzungen sind die Jungunternehmereigenschaft (jünger als 6 Jahre), der Kleinunternehmerstatus lt. EU-Definition, die Finanzierung des Investitionsvorhabens über einen ERP-Kredit der aws, die Mindesthöhe der Investition (mindestens 20.000 Euro) und die Wirtschaftskammer-Mitgliedschaft.

– Seed-Financing

Es gibt beim Seed-Financing zwei Stufen: Pre-Seed und Seed-Financing.

Mit aws Pree-Seed werden Deep Tech-Start-ups in der Vorgründungsphase finanziert. Zu Deep-Tech Start-ups zählen z. B. Digitalisierung, IKT, Physical Science, Clean Tech, Quantentechnologie, Life Science. Gefördert wird die technisch-wirtschaftliche Vorbereitung, Durchführung und Validierung des „Proof of Concept“ durch einen Zuschuss und Coaching-Beratungsleistungen.

Mit aws Seed-Financing werden Deep-Tech-Start-ups, die hochtechnologische Produkte entwickeln, von der Idee bis zur Markteinführung finanziert und gecoacht. Gefördert wird die Entwicklungsphase bis zum marktreifen Produkt.

– tech2b

Tech2b ist der Start-up-Inkubator für technologieorientierte Gründungen in Oberösterreich und unterstützt Gründer durch Begleitung und Beratung in der Ideenphase, in der Entwicklungsphase und bei der Suche nach geeigneten Partnern (Industriepartnern, Business Angels, etc.).

U – Umweltförderungen

Für Unternehmen und Unternehmensgründer, die in umweltfreundliche Maßnahmen investieren, gibt es vom Bund über die KPC und vom Land Oberösterreich zahlreiche Umweltförderungen, z.B. für thermische Gebäudesanierung, Elektro-PKW für Betriebe, Energiesparen, Wärmepumpe, Neubau in energieeffizienter Bauweise, u.v.m.

Growth Hacking

Growth Hacking ist der Oberbegriff für meist kostenlose Strategien, die ausschließlich auf Wachstum ausgerichtet sind. Es wird normalerweise in Verbindung mit Start-ups eingesetzt, die in kurzer Zeit mit kleinem Budget ein massives Vorankommen benötigen. Zentrales Element im Growth Hacking ist die Viralität.

Launch

Der Launch ist der Zeitpunkt, an dem das Start-up anfängt, sich auf dem Markt zu behaupten. Üblicherweise geht dem Launch viel Vorbereitung voraus, darunter die Erstellung eines Businessplans und einer Website sowie die Organisation von Büroräumen usw.

 

Lean Startup

Beim Lean Start-up konzentriert sich alles auf Effizienz. Der Unternehmenseinstieg und alle damit verbundenen Prozesse sollen so schlank wie möglich verlaufen. Der Unternehmer Eric Ries prägte diesen Begriff und stellt in seinem Buch The Lean Start-up eine entsprechende Strategie vor.

Market Penetration

Die Strategie, den Marktanteil eines vorhandenen Produktes durch flächendeckende Maßnahmen zu fördern, sei es durch Werbung, Preissenkungen oder Rabatte. Auch soll damit das Marktvolumen vergrößert werden.

 

Minimum Viable Product

Ein Produkt, das die Minimalanforderungen erfüllt, um Erstkunden auf dem Markt zufriedenzustellen. Aus dem Feedback seitens der Kunden zum Minimum Viable Product können Start-ups Schlüsse für die Weiterentwicklung und Verbesserung ziehen.

Pitch Deck

Ein Pitch Deck ist eine Präsentation aus mehreren Folien, mit denen Start-ups Investoren, Business Angels, Wagniskapitalgeber etc. von sich überzeugen wollen. In ein Pitch Deck gehören zahlreiche wesentliche Informationen: Produkt, Marktanalyse, Alleinstellungsmerkmal, Geschäftsmodell usw. Darüber hinaus müssen diese Informationen visuell ansprechend in den Folien dargestellt werden, um die Neugier bei potenziellen Geschäftspartnern zu wecken.

 

Private Equity

Eine alternative Anlageklasse, die sich aus Fonds und Anlegern zusammensetzt, welche direkt in private Unternehmen investieren oder Buy-Outs von öffentlichen Unternehmen betreiben. Diese besteht aus Kapital, das nicht an der Börse notiert ist. Neben Einzelpersonen existieren auch Private-Equity-Gesellschaften (PEG). Bei der Beteiligung einer PEG an jungen Unternehmen wird von Wagniskapital aufgrund einer hohen Risiko-Rendite gesprochen.

 

Proof of Concept

Ein Proof of Concept, kurz POC, zeigt euch und euren potenziellen Investoren, ob euer Unternehmenskonzept erfolgsversprechend ist, das heißt, ob eure Geschäftsidee praktisch umsetzbar ist und dabei wahrscheinlich wirtschaftlich erfolgreich sein wird. Für die Frage, wann der POC erreicht ist, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Es können verschiedene Kennzahlen zur Bewertung herangezogen werden: Von ersten Anmeldungen und Testkäufen bis hin zum sogenannten Break Even, also der Punkt, an dem der Umsatz eines Unternehmens dessen Ausgaben deckt.

Return on Investment (ROI)

Der Return on Investment (ROI) ist eine Leistungskennzahl, mit der die Effizienz einer Investition bewertet oder die Effizienz verschiedener Anlagen verglichen wird. Mit dem ROI soll die Rendite einer bestimmten Investition im direkten Verhältnis zu den Investitionskosten gemessen werden. Bei der Berechnung des ROI wird der Nutzen (oder Ertrag) einer Investition durch die Investitionskosten geteilt. Das Ergebnis wird als Prozentsatz oder Verhältnis dargestellt.

Skalierbarkeit

Einer der wohl am häufigsten verwendeten Ausdrücke in der Start-up Szene ist “skalieren” beziehungsweise “Skalierbarkeit”. Ein Geschäftsmodell mit einer hohen Skalierbarkeit ist eines, bei dem der Umsatz ohne wesentliche zusätzliche Invesitionen signifikant gesteigert werden kann. Ein klassisches Beispiel hierfür ist ein Onlinehändler. Sobald die Plattform steht und die Logistik gesichert ist, braucht es keine größeren Investitionen mehr, um mehr verkaufen zu können und somit den Umsatz zu steigern. Müssen stattdessen immer weitere Investitionen getätigt werden, um den Umsatz zu steigern, so spricht man von einer geringen Skalierbarkeit.

 

Sweat Equity

Sweat Equity beschreibt den unentgeltlichen Einsatz, den ein Unternehmer in sein Start-up steckt: lange Arbeitstage, viel Engagement und nicht zuletzt eine Selbstfinanzierung ohne Eigenkapital. Damit zählt Sweat Equity zu den Instrumenten einer engen Gründungsfinanzierung.

 

SWOT-Analyse

Die sogenannte SWOT-Analyse ist zentraler Bestandteil jedes Businessplans. Hier werden die Stärken und Schwächen (engl. strengths and weaknesses) aufgeführt und bestehende Chancen und Risiken für das Unternehmen (engl. opportunities and threats) dargestellt. Abhängig von eurem Unternehmenskonzept könnt ihr dann in der Verbindung dieser vier Faktoren einer SWOT-Analyse Strategien entwickeln, um euer Unternehmen optimal aufzustellen.

Term Sheet

Das Term Sheet ist eine unverbindliche Absichtserklärung, die grundsätzliche Bedingungen für eine Investition festlegt. Es ist als Grundlage für eine detaillierte Planung zu verstehen, aus der dann eine verbindliche Vereinbarung beziehungsweise ein Vertrag resultieren kann.

Unicorn

Dieser Begriff wurde von der US-amerikanischen Gründerin Aileen Lee geprägt und bezeichnet Start-ups, denen vor einem Börsengang oder Exit eine Bewertung von über eine Milliarde US-Dollar zugesprochen wird. Als Unicorn werden diese Unternehmen deshalb bezeichnet, weil sie verhältnismäßig selten vorkommen.

Value Proposition

Das Nutzungs- beziehungsweise Wertversprechen, welches Unternehmer dem Kunden vermitteln. Das können beispielsweise Prinzipien wie Qualität, Zuverlässigkeit oder Langlebigkeit eines Produktes sein. Das Nutzungsversprechen ist elementarer Bestandteil im Marketing und Vertrieb, um sich im Wettbewerb abzuheben.

 

Venture Capital

Wagniskapital ist eine Möglichkeit zur Unternehmensfinanzierung. Bei Venture Capitalists kann es sich um vermögende Privatpersonen oder um Gesellschaften handeln. Wagniskapitalgeber erhalten im Gegenzug für ihre Investition üblicherweise Unternehmensanteile.

 

Vesting

Beim Vesting handelt es sich um die Abtretung von Rechten eines aus dem Unternehmen Ausscheidenden. Eine Vesting-Klausel soll zum Beispiel sicherstellen, dass ein Start-up-Gründer seine Geschäftsanteile nach Ablauf einer definierten Vesting-Periode an das Unternehmen zurückgibt. Dafür erhält derjenige eine Abfindung. Die frei gewordenen Geschäftsanteile können anschließend neu verteilt werden.

Hilfreiche Links

Sparkasse OÖ www.sparkasse.at/oberoesterreich
Startup300 www.startup300.at
i2b – Ideas to Business www.i2b.at
Tech2b Inkubator 
www.tech2b.at
Akostart www.akostart.at
Junge Wirtschaft OÖ www.jungewirtschaft.at/jw/Oberoesterreich
FH OÖ Transfer Zentrum www.fh-ooe.at/karriere/unternehmensgruendung
JKU Institut für Unternehmensgründung www.jku.at/institut-fuer-unternehmensgruendung-und-unternehmensentwicklung
TECHHOUSE www.tech-house.io
hub,ert – Hub für Innovation und Entrepreneurship www.hub-ert.net